In den letzten Jahren hat die Karatesparte des TSV Ori mehrere Lehrgänge unterschiedlichster Themen und Zielsetzungen angeboten. Generell wurden die Lehrgänge/Seminare gut angenommen, führten jedoch auch zu reger, interner Diskussion. Jeder Lehrgang geht unweigerlich zu Lasten der fast immer gleichen Helfer, als auch des regulären Trainingsbetriebes. Auf einer entsprechenden Sitzung wurde daraufhin der Entschluss gefasst, dass künftig maximal zwei Lehrgänge/Jahr ausgerichtet werden. Art, Inhalt und Ziel des jeweiligen Lehrganges wird in der Dojoleitung (Dojo = sinngemäß Schule) besprochen und festgelegt.
Für 2013 sind dies ein weiterbildender Selbstverteidigungslehrgang für Karateka/Fortgeschrittene und folgend im Oktober, ein Selbstbehauptungs-/Selbstverteidigungslehrgang für TSV Mitglieder, sowie deren Bekannte und Freunde.
Am Samstag, 29.06.13, wurde der beschlossene SV (Selbstverteidigung)- Lehrgang für Karatekas bzw. Fortgeschrittene durchgeführt. Als Lehrgangsleiter konnte, analog zu 2012, wieder Jürgen Kestner (Göppingen) verpflichtet werden. Über Jürgen muss in der Szene nichts mehr gesagt werden, ist er doch allen Freunden der waffenlosen SV ein fester Begriff. Als ehemaliges Mitglied einer Polizei Spezialeinheit und heutiger Polizei SV Ausbilder kennt er neben den entsprechenden Techniken, natürlich auch die psychologische, als auch menschliche Seite. Oberstes Ziel für ihn/uns ist natürlich immer jegliche gewalttätige Konfrontation zu vermeiden, was jedoch bei seinen Polizeischülern, als auch im normalen Alltagsleben, nicht immer machbar ist, bzw. außerhalb des eigenen Einflussbereiches liegt.
Jürgen versteht es immer wieder, auch sehr erfahrene Karatekas, mit seinen Lehrgangsinhalten/Techniken zu überzeugen und deren Grenzen aufzuzeigen. So wurden auch diesmal zunächst Basics, in Form von deeskalierenden Ausweichbewegungen und Abwehren, gezeigt und geübt. Im zweiten Stepp waren dann lockere Konter mit eingebaut, alles noch entspannt und ohne Einbezug von Faustschlägen oder gar Fußtritten. Eine weitere Stufe ist dann das kompromisslose Zurückschlagen, bei dem er immer wieder darauf hin weißt, dass ein solcher Schlagabtausch im Ernstfall eigentlich nie ohne eigene Blessuren über die Bühne gehen wird. Eben dieser Wechsel, in einer Stress-/Ernstfallsituation von lockerem nicht agressivem Auftreten auf punktgenaues, knallhartes Agieren überzugehen ist es, der den Fortgeschrittenen von ungeübten Personen unterscheidet. Ein Anspruch auf Erfolg, auch nicht bei Freizeit Kampfsportlern, kann natürlich dennoch nicht daraus abgeleitet werden, da letztendlich die Psyche, die Bereitwilligkeit, die Kompromisslosigkeit sowie das Können den Ausgang bestimmen. Wie immer geht ein solch anspruchsvoller Lehrgangstag viel zu schnell vorbei, so dass wir gegen 17.00 Uhr unsere zufriedenen Gäste mit dem Hinweis auf 2014, schon wieder verabschieden mussten.
Wir möchten uns abschließend noch bei allen Helfern, Teilnehmer, Jürgen Kestner, sowie der Stadt und dem TSV bedanken, ohne deren Mitwirken solche Veranstaltungen nicht möglich wären.

